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Störung der Bilder - Bilder der Störung


Störung der Bilder - Bilder der Störung

Zum Medienereignis zwischen Fest und Katastrophe
1. Auflage

von: Anna Zeitler

34,99 €

Verlag: Herbert von Halem Verlag
Format: PDF
Veröffentl.: 15.07.2021
ISBN/EAN: 9783869626086
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 570

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Als Fest oder als Katastrophe ist das Medienereignis bereits häufig untersucht worden – seltener allerdings der Augenblick, in dem ein Fest in die Katastrophe umschlägt. Was geschieht in diesem liminalen Moment, in dem das etablierte Festskript brüchig wird, vor und mit den laufenden Kameras, und wie werden diese Momentaufnahmen in situ und post festum verhandelt?

Der Störungsmoment offenbart zum einen besonders deutlich die medialen Strategien, Prozesse und Muster, in denen im Medienereignis grundsätzlich Bedeutung generiert, geteilt oder unterminiert wird. Zum anderen zeigt er den Interferenzen zwischen "klassischem Fernsehen" und "digitalen Modi" die (Aus-)Gestalt(ung) von Medienkonvergenzen auf.

Aufbauend auf ereignis-, medien- und fernsehtheoretischen Grundlagen, in der Auseinandersetzung mit Fest- und Katastrophentheorien sowie unter Einbezug digitaler bzw. sozialer Medien operationalisiert dieser Band den Umschlagspunkt mithilfe des Begriffs der Störung und identifiziert vier Typen des Medienereignisses zwischen Fest und Katastrophe: den Zusammenfall, den Ausfall, den Einzelfall und den Zwischenfall.

Innerhalb dieser Typologie können Analysen u.a. des Anschlags auf die Olympischen Spiele 1972 oder des Loveparade-Unglücks 2010 aufzeigen, dass sich das televisuelle Paradigma der Liveness nicht nur im genuinen Fernsehereignis, sondern auch in digitalen Modi als zentrale formalästhetische und konzeptionelle Konstante des Medienereignisses erweist. Im Umschlag des Festes in die Katastrophe reflektiert sich damit nicht nur das Fernsehen beständig selbst, sondern offenbart sich auch das "hybride" Medienereignis als transmediale Allianz.
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand und Forschungsdesiderat: Von den ›High Holidays of Mass Communication‹ zum ›Disaster Marathon‹
1.2 Fragestellung und Forschungsziel
1.3 Forschungsprämissen und -hypothesen
1.4 Operationalisierung der Fragestellung und methodisches Vorgehen
1.5 Gliederung und Untersuchungsverlauf
2. Ereignismedien – Medienereignis
2.1 Disclaimer: Problembegriff ›Medium‹
2.2 Ereignisse und ihr mediales Apriori
2.3 Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Das Ereignis als Phänomen der Visualität
2.4 Erscheinen und Verschwinden. Das Ereignis zwischen Latenz, Präsenz und Absenz
2.5 Singularität und Wiederholung. Das Ereignis zwischen Nachricht und Erzählung
2.6 Erinnern und Wissen. Das Ereignis im kollektiven Gedächtnis
2.7 Mediale Ereignisse. Die (Un-)Unterscheidbarkeit von Realität und Repräsentation, Wirklichkeit und Abbild im Medienereignis
2.8 Liveness als Liveprinzip
3. Ausnahmezustand I: Ereignisse im Imperativ der Entlastung
3.1 Etymologie, Genese und Typenbildung
3.2 Feste feiern, wie sie fallen – Feste feiern, bis sie fallen. Das Fest zwischen Alltag und Exzess
3.3 Festgedächtnisse und das Fest als Ort der Erinnerung
3.4 Die Medialität des Festes und das Fest in den Medien
4. Schwelle: Störung als Medienereignis | Medienereignis als Störung
4.1 Von Parasiten, Brüchen und dem Anderen. Die Relativität der Störung
4.2 Lärm, Rauschen, Stille. Kommunikation und Störung
4.3 Funktionieren. Normalität und Störung – Störung als Normalfall
4.4 Exkurs: Das Nichtereignen als Störung und Ereignis
4.5 Aufscheinen, Blackout. Transparenz und Opazität in der Störung
4.6 Ausstellen und Aus-Stellen. Die (Formal-)Ästhetik der Störung
4.7 Zufälle I. Erwartung und Erwartbarkeit in der Störung
4.8 Mediale Störungsantizipationen: Die Sollbruchstellen der Störung
5. Ausnahmezustand II: Ereignisse im Diktat des Alarms
5.1 Etymologie, Genese und Typenbildung
5.2 Information, Krise, Katastrophe. Bruch und Produktivität (in) der Katastrophe
5.3 Katastrophengedächtnis und Katastrophenerdächtnis: Die Latenz der Katastrophe
5.4 Die mediale Katastrophe
6. Aufnahmen der Ausnahmen. Eine Genealogie des Medienereignisses
6.1 Exkurs I: Ikonische Bilder in der Erinnerungskultur
6.2 Vom Flugblatt ins Fernsehen. Die Genese des Medienereignisses im Spiegel der Medientechnik
6.3 Exkurs II: Pics or it didn't happen. Mediale Zeugenschaft
6.4 "Das Fernsehen ist tot: Es lebe das Fernsehen" – zur Spezifik digitaler Medien
7. Vorbemerkungen zur Analyse
7.1 The Point of no return. Eine Störungssystematik
7.2 Katastrophentypologisierung
7.3 Formalästhetische Grundlagen
7.4 Zufälle II. Zur Auswahl der Fallbeispiele
8. Zusammenfall. Die Massenpanik zwischen Exzess und Evidenz
8.1 Mythos Massenpanik. Die Genese von Massenbildern und Bildermassen
8.2 "Bilder, die an Krieg erinnern": Der Exzess der Fanmassen in der Stadionkatastrophe von Heysel 1985
8.3"Vom Fest der Liebe zum Totentanz": Die Masse zwischen Tanz und Panik im Loveparade-Unglück von Duisburg 2010
8.4 Zwischenfazit
9. Ausfall. Technische Dysfunktion und mediale Exposition
9.1 Destruktion zwischen Schock und Schaulust: Ein medientheoretischer Blick auf den Unfall
9.2 Die Alleroberung als Fest
9.3 "Obivously a major malfunction". Das Challenger-Unglück (1986)
9.4 "Not normal". Das Columbia-Unglück (2003)
9.5 Zwischenfazit
10. Einzelfall. Figuren und Figurationen zwischen Risiko und Trägödie
10.1 Tod und Unfall als Medienritual
10.2 "Like crucifying Jesus Christ on television". Der Unfall von Ayrton Senna (1994)
10.3 "Habs live gesehen, obwohl man da auch nicht viel gesehen hat". Der Unfall von Samuel Koch (2010)
10.4 Zwischenfazit
11. Zwischenfall. Strukturbrüche und die Absicht (in) der Störung
12. An der Peripherie der Peripetie: Reflexion und Anschlussoptionen
13. Literaturverzeichnis
Anna Zeitler, Jg. 1986, studierte Germanistik und Theater- und Medienwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Im Anschluss daran war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Medienwissenschaft und Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg 1718 "Präsenz und Implizites Wissen". Sie promovierte an der FAU zum Medienereignis zwischen Fest und Katastrophe. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für Wissenschaftskommunikation an der Hochschule Neu-Ulm. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Medienereignisse, Theorie und Diskursgeschichte des Fernsehens und (Wissenschafts-)Kommunikation.

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